Yosemite National Park

 

Freitag:
Zehn Tage hab ich nichts von mir hören lassen? Dann wird’s ja mal wieder Zeit. Da hier freitags kaum einer Vorlesungen hat sind wir schon am Freitagmorgen gegen acht Uhr in aller Herrgottsfrühe von der Uni aufgebrochen: zum Excursion Center Office am anderen Campusende. Nachdem wir uns selber einen Namen gegeben und einen Tanz vorgestellt haben (omg..) konnten wir dann um neun Uhr mit allen zwölf Männlein und Weiblein aufbrechen in die Wildniss: den Yosemite National Park im Norden Californias.

Schlappe acht Stunden Fahrt mit einer kleinen Pause beim (bis jetzt) besten Burger Schuppen der Welt: In-N-Out (ok, ich war bei Quiznos, Baguette essen) ging es weiter Richtung Norden. Immer schön die Berge rauf, 5.000 oder 6.000 Fuß hoch. (Wie ich diese US Maßeinheiten nicht abkann. Nur weil die so damn stur daran festhalten müssen 95% der Weltbevölkerung in diese bekloppten Formate umrechnen. Wusstet ihr das darum mal ne Rakete vom Himmel gefallen ist?…)

Abends gegen fünf kamen wir dann im Regen an und haben erst einmal im dunkeln Zelte aufgebaut. So ein Plastikzelt, sollte man meinen, kann ja nicht so schwierig sein. Denkste. Ne halbe Stunde später stand das blöde Teil dann endlich und wir konnten einziehen, unsere Schaumstoffmatten ausbreiten und die Wolldecke drauflegen 🙂 Außer Marshmallows (die ich nicht mag) am Feuer braten ging dann auch nicht mehr viel. Wir haben noch in der Yosemite Lodge zu Abend gegessen. Hoffnungslos überteuert und nicht sehr frisch, dafür aber Kalorienreich. Da sind wir ja gut für Samstag gerüstet.

Samstag:
Eigentlich sollten wir um sechs aufstehen, das haben wir mal freundlich ignoriert und 6:30 Uhr draus gemacht. Als Frühstück gab es Egg-Buritos, also Teigfladen mit Rührei (mit Chorizo verfeinert) und Zwiebeln. Dazu ein bisschen Salsa Soße und der Tag fängt echt gut an 🙂

Nachdem sich dann jeder mit Essen für Mittags eingedeckt hatte (siehe Bild) konnten wir dann gegen 9:00Uhr loswandern in Richtung Wasserfälle. Vom Upperpines Campground ging es zuerst ganz moderat in den Wald. Nach der ersten Brücke stieg dann der Weg recht steil an und die Aussicht wurde mit jedem Höhenmeter besser! An der zweiten Brücke konnte man dann den Bridalvile Fall sehen: wow! Auch wenn die Fällte zurzeit wenig Wasser haben (der Schnee und das Eis muss ja erst noch hin bevor das Schmelzwasser den Fall speisen kann) sehen die doch ziemlich beeindruckend aus!

Am Bridalvile Fall angekommen (oben!) haben wir uns dann ein bisschen ausgeruht, Mittagessen gefuttert und ausgiebig Bilder gemacht. Und ich hab eine kleine Pfadfindergruppe getroffen! Echt cool, wo wir doch überall vertreten sind. Hätte ich mal meine Kluft mitgenommen…

So ganz genau kann ich nicht sagen wie weit wir gewandet sind, aber April, unsere Tripleaderin, meinte so um die neun Meilen, was ja dann ca. 15km sind. Und das immer schön Bergauf 🙂

Vom Gipfel am Nevada Fall hat man dann einen beeindruckenden Blick über das Yosemite Valley, das ursprünglich mal durch einen Gletscher geformt wurde. Hier gabs dann den Rest Mittagsessen, ein paar Snacks und das letzte Wasser zu trinken. So viel wie man hier trinkt kann man kaum tragen.. Der Abstieg war dann mit knapp zwei Stunden aber wesentlich schneller als der Aufstieg mit ca. fünf.

Am Zeltplatz angekommen gabs dann zuerst mal eine seeehr entspannende Dusche für alle. Schlau wie ich bin hab ich natürlich kein Handtuch dabei gehabt – wie in San Franciso auch schon. Da muss dann schon mal ein Shirt herhalten als Ersatz. Einem dem Chinesen ging es aber genauso 😀

Kurze Zeit später standen wir im Souveniershop und haben uns über den ganzen Nepp lustig gemacht, den die hier verkaufen (wollen). Für mich gabs nur ein paar Postkarten, nen kleinen Schlüsselanhänger mit Thermometer (darum hab ich ihn gekauft) und ein paar Kaltgetränke für abends an Feuer:-). Da haben wir dann bis Mitternacht Pirates und Mafia gespielt und ziemlich viel Spaß gehabt.

I <3 Campfire!

Sonntag:
Über zwei Stationen sind wir sonntags zurück nach Riverside gereist: nach ein paar 5-Minute Picture Stops á 15 Min haben wir zuerst am Yosemite Fall gehalten. Über 740m Gesamthöhe stürzt sich das Wasser hier Todesmutig über zwei große und viele kleine Kaskaden den Berg hinunter. Muss ganz schön wehtun so tief zu fallen, da tut einem das Wasser fast Leid…

Über Felsen kann man hier prima bis zum Grund (oder wie heißt das Becken wo das Wasser unten ankommt??) klettern und Bilder machen. Man sollte tunlichst aufpassen nicht im Wasser zu landen, denn die Steine sind ziemlich rutschig und von den vielen Besuchern (oder eher vom vielen Wasser) ganz schön abgegriffen und glatt. Aus den geplanten 45min wurden dann hier auch 90 … whops 😀

Nächster und letzter Zwischenstopp war die Mariposa Grove, der größten Ansammlung von Sequoia Trees hier im Yosemite Park (mehr gibt’s im, der Name verrät es kaum: Sequoia Park). Diese Giganten unter den Bäumen sind feuerresistent (und geben ihre Samen auch nur ab wenn ihnen die Wurzeln warm werden vom Feuer), werden zieeeeeemlich dick, groß und alt. Der Grizzly Giant ist 1,5m über dem Boden 9m im Durchmesser, hat eine Höhe von 65 Metern und ist schlappe 2.700 Jahre alt (geschätzt). Während seiner Lebenszeit sind ca. 50 Milliarden Menschen geboren und gestorben (worden).  Irgendwie kaum vorstellbar, dass ein Baum so alt sein kann. Vermutlich fällt die Pflänzchen einfach keiner, weil das Holz nicht als Baumaterial geeignet ist. Gut für die Dinger 🙂

Der California Tunnel Tree ist vor über 75 Jahren mal untertunnelt worden und lebt noch immer. Schon ein komisches Gefühl durch! einen Baum zu gehen…

Nach vielen Stunden auf dem Highway haben wir abends dann noch bei Tops Burger angehalten und einen Kobe Bistro Burger für 6,99$ gegessen. Boa! Da Tops keine Kette ist zähle ich es mal nicht als Konkurrenz zu In-N-Out, aber der Burger ist absolut geil! 1/2lb (~240g) Fleisch, auf offener Flamme vor deinen Augen gegrillt, im Ciabatta Brötchen, mit karamellisierten Zwiebeln, geräuchertem Mozzarella, frischen Tomaten und einer Soße die dich aus den Latschen haut. YAM! So muss Abendessen für Wanderer aussehen 😀

Ich muss sagen: coole Leute, geniale Landschaft, super Essen.. so könnte ich mehr Wochenenden verbringen! (Werd ich auch, der nächste Trip startet Samstag in die Mojave Wüste. Juhu!!)

Viele Grüße,
Daniel

 

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